Meerschweinchen- und Kaninchenhilfe Haidgau 
 

Milben, Haarlinge, Pilz

Milben:
Meerschweinchen und werden im Wesentlichen von diesen Milben-Arten befallen:

  • Grabmilben: Diese Parasiten sind die häufigste bei Meerschweinchen/ Kaninchen anzutreffende Art. Die Milben graben sich in die Haut der Nager, bohren ganze Gänge und legen ihre Eier hinein.
  • Haarbalgmilben:
  • Pelzmilben: Diese Parasiten sind an den Haaren des Tieres zu finden. Zumeist wird diese Milbenart mit neuen Tieren oder Gegenständen eingeschleppt.

Milbenbefall ist eine der häufigsten Krankheiten bei Meerschweinchen/ Kaninchen. Die Besiedelung der Haut mit Milben ist grundsätzlich normal. Kritisch wird es, wenn aufgrund einer Schwächung des Immunsystems die Anzahl an Milben Überhand nimmt. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Tieren, aber auch über Gegenstände. Ausstellungen und stark fluktuierende Tiergruppen sind häufige Infektionsherde. Unsaubere Haltungsbedingungen wirken ebenfalls potenzierend, da Milbeneier auch auf Oberflächen längere Zeit überdauern können.
Die zwei wichtigsten Arten von Milben bei Meerschweinchen/ Kaninchen sind die Grabmilbe (Trixacarus caviae) und die Pelzmilbe (Chirodiscoiedes caviae).
Grabmilben sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Sie ernähren sich von Lymphe und Gewebsflüssigkeit und verursachen so die Meerschweinchenräude.
Pelzmilben lassen sich besonders auf hellem Haarkleid als vermeintliche Staub- oder Schmutzpartikel wahrnehmen und werden sehr gerne auch als Haarlinge diagnostiziert.


Wie schütze ich mein Meerschweinchen/ Kaninchen vor Milben?
Ursachen für ein Zuviel an Milben auf dem Meerschweinchen/ Kaninchen sind Stress, Vorerkrankungen, Fehl- oder Mangelernährung oder unsachgemäße Hygiene, aber meistens schleppt man sich diese Tierchen auch gerne mit Heu oder Stroh in den Bestand. Kontakt mit befallenen Tieren sollte vermieden werden, da die Krankheit sehr ansteckend ist. Prophylaktische Anwendung von Shampoos ist nicht zu empfehlen, da es durchaus gefährlich sein kann, ein Meerschweinchen/ Kaninchen baden zu lassen. Diese Situation stellt für die eigentlich wasserscheuen Tiere immensen Stress dar, was in seltenen Fällen sogar tödlich enden kann. Bei zu hohem Stresslevel droht ein Kreislaufzusammenbruch.


Milben beim Meerschweinchen erkennen – Welche Symptome gibt es?
Unruhe, häufiges Kratzen, Haarausfall, schuppige Haut und Rötungen zeigen meist deutlich: Das Meerschweinchen/ Kaninchen hat Milbenbefall. Manchmal werden die Parasiten erst spät entdeckt. Im Extremfall ist das Tier bereits so geschwächt, dass es abmagert. Ohne angemessene Therapie kann dies mitunter gefährlich werden.
Dennoch sollte man bei einem Befall nicht gleich in Panik ausbrechen und alles in Frage stellen bezüglich Haltungsbedingungen etc.!


Wirkstoffe und Mittel gegen Milben
Bei Grabmilben kann der Tierarzt den Wirkstoff Doramectin (Dectomax ®) spritzen. Ivermectin (Ivomec ®) und Selamectin (Stronghold ®) werden ebenfalls als Injektion oder auch als Spot On-Lösung verabreicht. Letztere wird dabei tropfenweise in den Nacken gegeben, zieht ein und erreicht über den Blutkreislauf die Milben in der Haut. Pelzmilben bekämpft man mit Sprays, die die Wirkstoffe Fipronil (Frontline ®) oder Propoxur (Bolfo ®) enthalten. Auch hier kann der Tierarzt Selamectin (Stronghold ®) als Milben Spot On geben. Doch auch zuhause kann man aufgekratzte Hautstellen behandeln. Zur Wunddesinfektion eignen sich Iodlösungen (Betaisodona ®, Braunol ®) oder Propanol (Kodan ®). Salben mit Dexpanthenol (Bepanthen ®, Panthenol ®) oder Hamamelis (Hametum ®) heilen die Haut. Juckreiz-lindernd wirken Fenistil ® oder kühlendes Teebaumöl . Beim Teebaumöl ist allerdings zu beachten, dass es im Einzelfall allergische Reaktionen sowie Erblindung bei Augenkontakt hervorrufen kann. Während Grabmilben am wirkungsvollsten durch Spot On Präparate beseitigt werden, wirkt gegen Pelzmilben und auch gegen Ohrmilben das Hausmittel Kokosöl. Es wird mit der Hand oder Bürste im Fell verteilt. Im Gegensatz zu vielen Milbensprays ist es bedenkenlos verwendbar – es wirkt bei oraler Aufnahme durch Ablecken sogar gegen Endoparasiten wie zum Beispiel Würmer.


Haarlinge:
Die mit Läusen und Bandwürmern verwandten Haarlinge ernähren sich von Haut und Hautschuppen des Meerschweinchens/ Kaninchens.
Haarlinge sind ungefähr einen bis anderthalb Millimeter groß und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen.
Betrachtet man sie aber durch eine Lupe, sieht man, wie sie sich bewegen.
Wenn man einen Abzug mit einem Tesastreifen macht und unter ein Mikroskop legt, sind sie ebenfalls gut zu erkennen.
Meist sind die Parasiten hinter dem Kopf, auf dem Rücken und im Afterbereich zu finden.


Symptome:
Haarlinge hinterlassen ihre Nissen - das sind die Eier der Haarlinge - nahe an den Haarwurzeln.
Im Fell des Tieres finden sich oft kahle Stellen und manchmal auch blutige, aufgerissene Haut.
Auch wenn sich das Tier vermehrt kratzt oder in betroffene Stellen beißt, kann das auf Haarlinge hinweisen.
Im Zweifelsfall kann ein Besuch beim Tierarzt ratsam sein.
Die Haarlinge schwächen das Immunsystem des Tieres, das dadurch anfälliger für andere Krankheiten ist.
Im schlimmsten Fall kann ein unbehandelter Befall mit Haarlingen zum Tod des Meerschweinchens / Kaninchens führen.


Behandlung von Haarlingen
Haarlinge lassen sich gut bei Meerschweinchen/ Kaninchen behandeln. Langhaarmeerschweinchen sollten vor einer medikamentösen Behandlung unbedingt die Haare so kurz wie möglich geschnitten bekommen. Hiermit verringert man den Befall bereits stark.
Empfehlenswert in leichten bis mittelschweren Befällen einzelner Meerschweinchen/ Kaninchen ist die Behandlung mit Exner Petguard, da es sich um ein rein ökologisches Produkt handelt. Dieses wird auf die befallenen Stellen des Meerschweinchens/ Kaninchens gesprüht und bewirkt die Verklebung der Atemwege der Haarlinge, sodass diese absterben. Die Behandlung sollte innerhalb von ca. zwei Wochen täglich wiederholt werden, um auch nachwachsende Parasiten zu bekämpfen. Auch die Umgebung sollte mitbehandelt werden. Nach der Behandlung fühlt sich das Fell des Meerschweinchens/ Kaninchens fettig an. Dies ist völlig normal.
In besonders schweren Fällen sollte man allerdings nicht zu Exner Petguard greifen, sondern zu einem Spot On Präparat wie z.B. Advantage von Bayer. Gegenüber Advocate ist Advantage bei Haarlingen besser geeignet, da es das für Tierläuse notwendigen Insektizid Imidacloprid enthält, nicht aber das speziell für Milben zuständige Moxidectin, welches zusätzlich bei Advocate vorhanden ist.


Pilzerkrankungen:
Symptome und Auffälligkeiten
Leidet ein Meerschweinchen/ Kaninchen unter Hautpilz, sind Kratzen und Haarausfall zu beobachten. Achtung: Dies sind auch Symptome bei Milbenbefall! Der Haarausfall ist häufig, aber nicht immer, kreisrund. Durch den Juckreiz kratzt sich das Tier sehr häufig. Daher kann es auch zu blutigen, verkrusteten Stellen kommen. Auch Schuppenbildung geht mit dem Pilz häufig einher.
Bei Pilzbefall gilt es das Tier gut zu beobachten. Der Pilzbefall ist häufig eine Nebenerscheinung anderer Krankheiten, die das Immunsystem des Meerschweinchens/ Kaninchens bereits angegriffen haben.
Aber nicht jeder vermeintlich erkannte Pilz ist tatsächlich Pilz, dies kann nur herausgefunden werden mittels eines Hautgeschabsels, das der Tierarzt entnimmt und nach Anlegen einer Pilzkultur.


Behandlung und Heilung
Der Tierarzt wird bei einem Verdacht auf Pilzbefall zunächst etwas Haut abschaben und eine Haarprobe nehmen. Damit wird eine Kultur angelegt um zu bestimmen um welchen Hautpilz es sich handelt. Manche, aber nicht alle, Hautpilze lassen sich auch mittels einer UV-Lampe bestimmen, da sie fluoreszierend sind und somit unter der Lampe aufleuchten.
Je nach der Art des Pilzes und der Stärke des Befalls gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei schwachem Pilzbefall können noch einfache Hausmittel helfen. Die betroffenen Stellen werden dann zum Beispiel mehrmals täglich (ca. 2-4 Mal) mit Kokosöl, Apfelessig, Heilerde oder kolloidaler Silbersalbe abgetupft.
Bei stärkerem Pilzbefall können Medikamente wie Imaverol® (wird verdünnt und anschließend auf die Haut aufgesprüht), Lamicil Once (wird auf die Haut aufgetragen) oder Itrafungol (wird oral eingenommen) helfen. Auch muss der Hautpilz längerfristig über die Heilung hinaus behandelt werden, damit er dauerhaft bekämpft werden kann.

Beachte: Unsere Krankheitserklärungen ersetzen keinen Tierarzt und dienen ausschließlich der Information. Für eine korrekte Diagnose daher bitte immer eine Tierarztpraxis aufsuchen.

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